Geschichten über unsere Weißen Schäferhunde

Beauty & Jago

Nicole Vohmann

Hallo Ihr lieben Leute,

heute möchten wir einmal unsere Geschichte los werden und damit allen Mut machen, die einen weissen Schäferhund aus widrigen Umständen haben.

Unsere Hündin Beauty bekamen wir mit 13 Monaten von einer Züchterin, deren Namen wir nicht nennen möchten, da sie nichts dafür konnte. Sie wuchs als "Prügelknabe" in einem 12köpfigen Rudel auf und wurde vom damaligen Ehemann der Züchterin geschlagen. Unsere Süße brachte gerade mal 19 Kilo auf die Waage und kannte den Sonnenschein nur aus Erzählungen ihres Rudels, da sie die meiste Zeit im Keller eingesperrt war. Beim Röntgen wurde HD festgestellt, hervorgerufen durch Gewalteinwirkung im Welpenalter. Die Hüftköpfe waren rechtwinklig und nicht rund, ansonsten war unsere Beauty kerngesund. Wir haben sie von Hand füttern müssen, damit sie wenigstens etwas auf die Rippen bekam, denn ohne Futterneider wollte sie nicht fressen.

Beauty war sehr aggressiv, sie hat sehr langsam Freundschaften geschlossen, egal, ob mit Menschen oder mit anderen Hunden; unsere Zwergkaninchen liebte sie von Anfang an. Den Tränen nahe und fast schon aufgegeben, haben wir mit unserem Tierarzt gesprochen und sie zuerst kastrieren lassen. Dann haben wir nach einem Partner für sie gesucht.

Ca. 30 Hunde haben sich bei ihr vorgestellt, jegliche Rassen, keinen wollte sie.

Dann haben wir die Zeitung aufgeschlagen und in einem Artikel das Bild des weißen Schäferhundes Jago gefunden, er war in einem privaten Tierheim abzugeben. Wir also nichts wie hin und siehe da, es war zwischen beiden Liebe auf den ersten Blick.

Hier beginnt die zweite Geschichte mit Jago. Er war total verwildert, überängstlich und hatte eine zum Teil schon eingewachsene Halskette umgelegt. In seinem Zwinger im Tierheim war eine Hundehütte ohne Dach, der Zwinger wurde mit dem Gartenschlauch ausgespritzt mit Jago drin, da er sich nicht anfassen liess. Jeder Hundefreund kann sich denken, wie der Zustand von Jago war. 1 1/2 Jahre war er schätzungsweise zu diesem Zeitpunkt alt. Er war unterernährt und schon über 1 Jahr im Tierheim.

Wir haben mit der Leiterin des Tierheims gesprochen und ahben gesagt, wir möchten Jago immer wieder am Wochenende holen, um zu sehen, ob sich Beauty auch zu Hause mit ihm versteht. Wir bekamen die Antwort, wenner bis Montag Abend nicht weg ist, dann wird er eingeschläfert.

Traurig sind wir nach Hause gefahren und haben es uns überlegt. Beauty hat uns dann überzeugt, Jago am Montag abzuholen. Papiere für ihn bekamen wir keine, weder einen Impfpass noch eine Ahnentafel. Tätowiert war er auch nicht, dafür hatte er Würmer, jede Menge Flöhe und eine schwere Magen-Darm-Erkrankung. Auch ihn haben wir kastrieren lassen.

Kaum waren wir zu Hause, haben beide gefressen, als wenn das Leben davon abhinge. Wie Beauty, war auch Jago ein Sorgenkind, aber mit viel Liebe haben wir beide wieder aufgepäppelt.

Heute ist Beauty 4 Jahre und Jago 3 Jahre alt, beide sind glücklich und mittlerweile ein bisschen erzogen und kerngesund.

Noch heute bemerkt man in manchen Situationen, dass beide keinen guten Start ins Leben hatten.

Wir möchten uns bei Sybille Döderlein und der White Shepherd Helpline und bei unseren vielen Freunden und unserem Tierarzt auf diesem Wege ganz herzlich bedanken; für den Mut, den uns alle gemacht haben, diese Sorgenkinder nicht ihrem Schicksal zu überlassen, sondern die Strapazen auf uns zu nehmen und ihnen zu helfen. Wir haben zwei treue Gefährten in jeder Lebenslage und das entschädigt uns für jeden Durchfall im Wohnzimmer.

Wir hoffen, jedem mit dieser Geschichte Mut gemacht zu haben, auch mal einen weißen Schäferhund aus zweiter Hand zu nehmen und somit viele vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren.

Copyright bei Nicole Vohmann, Marbach