Wer suchet, der ...

... auf der Suche nach einem guten Züchter

Wir wissen, dass gute Ratschläge hinsichtlich der Züchterwahl bereits etliche Seiten füllen und trotzdem ist es uns ein Anliegen, gerade in diesem Bereich auf einige Dinge hinzuweisen. Ein Züchter muss sehr sorgfältig ausgewählt werden, da die ersten Wochen des Hundes für die weitere Entwicklung massgebend sind.

Zuerst einmal möchten wir zur Bezeichnung "Züchter" etwas sagen:

Es gibt Hundehändler, die sich sehr geschickt als Züchter tarnen, sie sind meist sehr zuvorkommend und lesen einem die Wünsche fast von den Lippen ab. Um es mal ganz klar zu sagen: diese Leute sind hervorragende Verkaufsstrategen, mit einem guten Züchter haben sie nicht das Geringste gemeinsam. Es gibt leider auch "Züchter", die auf diese nette Art versuchen, ihre Tiere an den Mann zu bringen. Man sollte sich nicht einwickeln lassen, niemand kann Sie zu einem Kauf zwingen, wenn Sie das angebotene Tier nicht wollen. Auch die Mitleidstour ist eine bevorzugte Methode, übrig gebliebene oder kranke Hunde zu verkaufen. Bitte bitte, lassen Sie es sein! Dieser Züchter wird den nächsten kranken Wurf produzieren und wieder sind es die Tiere, die leiden müssen.

Natürlich gibt es kein Patentrezept für die Züchterauswahl, aber wenn Sie sich an einen Rassezuchtverein wenden, haben Sie die Chance, einen guten Züchter zu finden. Mehrere Rassezuchtvereine für Weiße Schäferhunde sind bereits mit Seiten im Internet vertreten, so dass eine Anforderung von Züchterlisten und Infomaterial problemlos möglich ist. Auch die Züchterseiten, die vereinzelt schon vorhanden sind, geben erste Eindrücke und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme. Natürlich ersetzt das niemals den persönlichen Besuch, sondern bietet lediglich eine Hilfestellung. Der guten Ordnung halber sei gesagt, dass die Rasse der Weißen Schäferhunde nicht vom VDH anerkannt ist und somit kein Züchter VDH-Papiere ausstellen kann.

Leider gibt es auch in den Vereinen das eine oder andere "schwarze Schaf", daher sollen Sie nachstehende Ausführungen beherzigen, damit Sie auch wirklich den richtigen Züchter finden.

Lassen Sie sich von den Vereinen mehrere Züchteradressen geben, besuchen Sie möglichst viele Züchter und vergleichen Sie, denn es gibt große Unterschiede. Sie sollten auch einen weiteren Weg nicht scheuen, sonst haben Sie womöglich ein Hundeleben lang Zeit, eine voreilige Auswahl zu bereuen.

Die Vereine nennen Ihnen auch Ausstellungstermine. Dort haben Sie gute Möglichkeiten, die Rasse, die Züchter und Besitzer dieser Rasse kennen zu lernen. Ein Gespräch mit Besitzern der ausgewählten Rasse kann sehr hilfreich sein, denn diese haben keinerlei Verkaufsabsichten und werden Ihnen im Regelfall ehrliche Auskünfte geben.

Man sollte keinen Hund in einem großen Zwinger kaufen, da der Züchter gar keine Möglichkeit hat, sich mit dem einzelnen Welpen intensiv zu beschäftigen. Außerdem ist ein Leben im Zwinger - sollte er noch so groß und sauber sein - ein armseliges Dasein für einen Hund. Sie sollten sich überlegen, ob Sie so etwas noch durch ihren Kauf unterstützen wollen.

Die Hunde sollten mit ihren Menschen zusammen leben, genügend Auslauf haben und alle, auch die älteren Tiere sollten gut gepflegt sein. Für einen verantwortungsvollen Züchter ist es selbstverständlich, dass Tiere, die ihren wohlverdienten Ruhestand genießen, nicht verkauft werden, sondern sein Rudel bereichern. Achten Sie darauf, wie der Züchter mit seinen Hunden Umgeht, wie er mit ihnen spricht. Die Tiere sollten sich auf jeden Fall dem Züchter gegenüber zutraulich verhalten. Sie werden immer wieder den Kontakt zu ihrem Besitzer aufnehmen, um sich ihre Streicheleinheiten abzuholen.

Sehen Sie sich in Ruhe in der Zuchtstätte um. Es ist wichtig, dass für die Welpen eine "reizvolle" Umgebung geschaffen wurde. Haben Sie einen Züchter gefunden, dessen Welpenauslauf einem Abenteuerspielplatz gleicht (bitte genau hinsehen, es ist nicht unbedingt auf den ersten Blick zu erkennen), dann kann man Ihnen nur gratulieren. Das Welpenzimmer sollte hell und freundlich sein, denn in einem dunklen Kellerloch fühlt sich (bis auf wenige Ausnahmen) kein Lebewesen wohl.

Sie sollten auf jeden Fall die Zuchtstätte selbst in Augenschein nehmen. Das Angebot eines Züchters, einen Hund "vorbeizuschicken", muß man einfach ablehnen. Ebenso wie das nette Angebot, sich auf halber Strecke zu treffen, um Ihnen eine weite Anfahrt abzunehmen. Sie sollten es sich aber keinesfalls nehmen lassen, die Zuchtstätte und die Hunde persönlich anzusehen.

Einem guten Züchter wird es Spaß machen, über seine Rasse und insbesondere über die eigenen Hunde zu berichten. Selbst wenn Sie keine Kaufabsichten haben und sich nur informieren wollen, sollten Sie herzlich willkommen sein. So wie es auch selbstverständlich sein sollte, dass Ihnen der Züchter auch nach dem Kauf mit Rat und Tat zur Seite steht.

Die Welpen...

Wenn sie die Welpen besichtigen können, warten Sie ab, bis alle Welpen wach sind. Ein quietschfideler, gesunder Welpe ist neugierig, aufgeweckt und zutraulich. Er hat sauberes, gepflegtes Fell. Die Augen sind klar und glänzend und keinesfalls verklebt. Die Nase ist feucht und kalt, das Zahnfleisch rosa, die Ohren sind nicht verschmutzt und: der Hund hat ein sauberes Hinterteil. Ein extrem aufgeblähter Bauch kann auf Wurmbefall hinweisen. Kratzt der Hund sich? Schüttelt er ständig den Kopf? Rutscht er auf dem Po? Hat er Probleme mit der Bewegung? Dann ist Vorsicht geboten.

Die Welpen sollten auf keinen Fall knochig aussehen, einen Weißen Schäferhund-Welpen vergleicht man gerne mit einem kleinen Eisbären.

Zieht sich der Welpe zurück, knurrt oder schnappt er gar, dann ist er sicher nicht gut und korrekt auf den Menschen geprägt. Auch hier: Vorsicht!

Lassen Sie sich bei der Auswahl ihres Welpen vom Züchter helfen. Er kennt die Tiere und kann Ihnen sagen, welcher Welpe am ehesten Ihren Vorstellungen entspricht. Versuchen Sie, den ausgewählten Welpen auf sich aufmerksam zu machen. Klopfen Sie auf den Boden und locken Sie den Welpen mit leiser, ruhiger Stimme. Kommt er, ist das schon ein gutes Zeichen.

Ein guter Züchter wird die Welpen zwischen der 8 und 10. Woche abgeben. Die Hunde sollen zu diesem Zeitpunkt die Grundimpfung haben und bereits entwurmt sein. Man wird Ihnen den Impfpass mitgeben und das Wurmmittel nennen, damit die Nachimpfung und die notwendige Entwurmung durchgeführt werden können. Ein Hund, der nicht ausreichend geimpft oder entwurmt ist, kann schwer krank werden. Jeder Züchter, der diese eventuell lebensnotwendigen Kosten scheut, kann niemals als guter Züchter bezeichnet werden.

Ein Kaufvertrag sollte selbstverständlich Folgendes enthalten:
1. Name und Anschrift von Käufer und Verkäufer
2. Angaben zum Hund (Wurfdatum, Zuchtbuchnummer, Täto-Nummer)
3. Gesundheitszustand des Hundes (evtl. Mängel)
4. Kaufpreis und Art der Zahlung
5. Übergabe

Ein guter Züchter wird Ihnen auch die Rücknahme des Hundes zusichern, denn es können immer Umstände eintreten, die Sie zwingen, das Tier abzugeben. Gut, wenn der Hund dann in seine gewohnte Umgebung zurück kommen kann oder Sie mit dem Züchter eine Hilfe bei der Vermittlung haben.

Vorsicht ist geboten bei Haftungsausschluß, das hat ein seriöser Züchter nicht nötig. Sollte der Hund beim Kauf bereits erkrankt sein, dann hat man ein Recht auf Rücknahme, Minderung oder Ersatz durch ein gesundes Tier. (Bitte denken Sie hierbei aber nicht nur an Ihren Geldbeutel, sondern auch an das Tier, das an Ihnen hängt)

Bei der Übergabe sollten Ihnen der Ahnenpass und auf jeden Fall der Impfpass mitgegeben werden. Bei noch nicht vorhandener Ahnentafel (manche Zuchtbuchämter brauchen etwas länger für die Erstellung) lassen Sie sich unbedingt den Durchschlag der Wurfmeldung an den Verein zeigen.

Wünschenswert wäre es, wenn Ihnen der Züchter ein Handtuch oder einen Stofflappen mitgibt, der nach den Eltern und den Geschwisterchen riecht. Außerdem sollten Sie im Vorfeld ein getragenes T-Shirt oder anderes Kleidungsstück an den Züchter geben, damit Ihr Geruch für den Kleinen nicht ganz neu ist.

In der ersten Woche seines Aufenthalts bei Ihnen sollten Sie den Welpen unbedingt Ihrem Tierarzt vorstellen, auch wenn das einige Mark kostet. Das hat nichts mit Mißtrauen zu tun, sondern ist nur eine Absicherung, dass der Welpe vollkommen in Ordnung ist. Normalerweise wird der Arzt sich den Welpen nur kurz anschauen, so dass sich der Kleine schon einmal mit der Praxis vertraut machen kann - und das ohne schmerzhaftes Impferlebnis.

Ganz wichtig!!! Sagen Ihnen ein Züchter und dessen Tiere besonders zu, sollten Sie Wartezeiten in Kauf nehmen, es lohnt sich auf jeden Fall. Meist ist es ohnehin so, dass man sich bei einem wirklich guten Züchter in die Warteschlange einreihen muss. Wer seine Hündinnen sorgfältig behandelt und ihnen die nötige Regenerationszeit zukommen läßt, hat nicht am laufenden Band Welpen, mit Sicherheit aber einige Vorbestellungen.

Leider ist dieser Artikel etwas länger geworden. Wir finden es traurig, dass er überhaupt notwendig ist, aber mit Ihrer Mithilfe als "gut informiertem Welpenkäufer" wird das in Zukunft vielleicht nicht mehr notwendig sein.

In diesem Zusammenhang haben wir noch eine Bitte:

Rufen Sie uns gerne an, wenn Sie meinen, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Eine schlechte Erfahrung mit einem unseriösen Züchter ist eigentlich bereits eine zuviel. Glücklicherweise gibt es nicht nur Negatives zu berichten: wir freuen uns mit Ihnen, wenn Sie etwas Positives über "Ihren" Züchter berichten können. Rufen Sie uns auch in diesem Fall gerne an.

Außerdem freuen wir uns über jeden Hinweis in Sachen "Weißer Schäferhund", für Tips und Anregungen haben wir immer ein offenes Ohr. Sollten Sie selbst Erfahrungen mit einem kranken oder verhaltensgestörten Weißen Schäferhund gemacht haben und sind bereit, diese weiter zu geben, dann ist in der White Shepherd Helpline die Möglichkeit gegeben.

Wenn Sie jetzt sagen "die Sache interessiert mich, da würde ich gerne mitmachen", dann sind Sie herzlich eingeladen, unserer IG beizutreten. Bitte senden Sie uns eine email mit Ihrer Telefonnummer oder rufen Sie einen von uns an, damit wir uns zumindest telefonisch schon einmal "beschnuppern" können.

Wenn Sie auf der Suchen nach einem Züchter für Weiße Schäferhunde sind, lesen Sie unbedingt die Geschichte von Sybille Döderlein ( "Kleine Geschichten"), denn dieser Bericht steht stellvertretend für das, was wir uns unter einer perfekten Zuchtstätte vorstellen.